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Wirtschaftsrecht/Diritto Commerciale - Neudefinition der KMU durch EU-Kommission

Neudefinition der KMU durch EU-Kommission

Maßgeblich für die Einstufung als Kleinstunternehmen bzw. als ein kleines oder mittleres Unternehmen (KMU) ist die Empfehlung der Europäischen Kommission vom 6. Mai 2003, die zum 01.01.2005 die KMU neu definiert hat. Danach gilt jetzt: · Kleinstunternehmen sind Unternehmen, die weniger als 10 Mitarbeiter (unverändert) und einen Jahresumsatz oder eine Jahresbilanzsumme von höchstens 2 Mio. EUR (vorher nicht definiert) haben. · Kleine Unternehmen sind Unternehmen, die weniger als 50 Mitarbeiter (unverändert) und einen Jahresumsatz von höchstens 10 Mio. (vorher 7 Mio.) oder eine Jahresbilanzsumme von höchstens 10 Mio. EUR (vorher 5 Mio.) haben. · Mittlere Unternehmen sind Unternehmen, die weniger als 250 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von höchstens 50 Mio. EUR (vorher 40 Mio.) oder eine Jahresbilanzsumme von höchstens 43 Mio. EUR (vorher 27 Mio.) haben. Wer ist betroffen? Da sind zunächst einmal alle KMU, die Fördermittel beantragen möchten und an der neuen Definition gemessen werden.

Die neue KMU-Definition der EU-Kommission kommt in allen ERP (European Recovery Program) - und KfW-Kreditprogrammen zur Anwendung, die die KMU-Eigenschaft des Antragstellers voraussetzen, bspw. Regionalförderprogramme, Unternehmerkapital/Kapital für Gründung oder etwa Unternehmerkapital/Kapital für Wachstum usw. Zielsetzung der neuen KMU-Definition Warum eine neue KMU-Definition? Auffallend ist zunächst die spürbare Erhöhung des Umsatzschwellenwertes, die eher eine Ausrichtung auf größere Unternehmen nahe legen könnte. Aber: Wichtiger bei der KMU-Neudefinition ist die jetzt viel klarer vorliegende Definition von "verbunden Unternehmen" (VU) und "beteiligten Unternehmen" (BU).

Damit werden die KMU wesentlich praxisnäher definiert, denn die KMU-typischen Problematiken (fehlendes Eigenkapital, fehlende Ressourcen um neue Wege zu gehen, fehlendes Modernisierungskapital, fehlende Forschungsgelder usw.) liegen bei manchem Kleinunternehmen aufgrund großer Fremdbeteiligungen (Beispiel: 100 % Tochter) eigentlich nicht vor. In den Empfehlungen der EU-Kommission wird ausdrücklich zwischen KMU, die eine über Verbundene Unternehmen erreichte "starke Wirtschaftskraft" verfügen und den "echten" KMU unterschieden.

Die Fördermittel für KMU tatsächlich auch dort ankommen zu lassen, wo sie benötigt werden, war daher Ziel dieser Änderung. Netzwerkarbeit Unterhalb dieser von "harten" Fakten bestimmten Ebene gibt es aber noch eine weitere, die leider immer wieder übersehen oder deren Reichweite unterschätzt wird: Netzwerkarbeit.

Dass dies auch auf europäischer Ebene erkannt worden ist, zeigt die damalige Presseerklärung zum Thema aus dem Jahre 2003, in der ausdrücklich die "Zusammenarbeit und Clusterbildung unabhängiger Unternehmen" angesprochen und gewünscht wurde. Denn die Netzwerkarbeit wird in den Maßen zunehmen, wie eigenständige Unternehmen sich EU-weit engagieren.


© 2004 Mario Prudentino

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